Thorsten: Reisen und Arbeit von überall aus sind stark abhängig vom individuellen Lebenskontext. Was hat dich dazu inspiriert, diesen Lebensstil anzunehmen?
Stella: Ich habe längere Zeit in Vietnam, Mexiko und Malaysia verbracht. Während der Pandemie habe ich in Mexiko meine Masterarbeit geschrieben und ein digitales Geschäftsmodell aufgebaut. Mir wurde klar, dass ich ortsunabhängig arbeiten und leben möchte.
Thorsten: Geschäftsmodelle können sich ja zu einem ortsunabhängigen Lifestyle-Business entwickeln. Welche Vorteile siehst du darin?
Stella: Digitale Geschäftsmodelle sind oft kostengünstiger als physische. Ich habe ein digitales Team aufgebaut und betone die Bedeutung von digitalen Geschäftsprozessen. Es ist wichtig, ein Business aufzubauen, das zum Lebensstil passt, und dass Neugründer offen für individuelle Businesswege sind.
Thorsten: Ich teile ähnliche Erfahrungen und finde asynchrone Kommunikation und angepasste Arbeitsabläufe notwendig. Welche Herausforderungen hast du erlebt?
Stella: Ein großes Thema ist die Selbst-Erlaubnis, sich nicht in traditionellen Arbeitsstrukturen gefangen zu fühlen. Man sollte alternative Arbeitsorte wie Südafrika oder die Kanaren in Betracht ziehen. Ein weiteres Thema ist der Umgang mit wenig Sonnenlicht in einigen Ländern und die Notwendigkeit, solche Herausforderungen zu erkennen und zu überwinden.
Thorsten: Unternehmen sollten frühzeitig die Nachfolge planen, um langfristiges Potenzial zu zeigen. Was sind deine Erfahrungen damit?
Stella: Ich habe versucht, den Handwerksbetrieb meines Großvaters zu übernehmen, was jedoch gescheitert ist. Diese Erfahrung hat mir den Antrieb gegeben, ein eigenes Portfolio-Business zu entwickeln. Es beinhaltet verschiedene Einnahmequellen aus unterschiedlichen Geschäftsmodellen. Unternehmerische Tätigkeiten sind für mich auch eine Art Investment in die Altersvorsorge.
Thorsten: Das Scheitern kann eine wertvolle Erfahrung sein. Wie bist du damit umgegangen?
Stella: Nach dem Scheitern fühlte ich mich sehr niedergeschlagen und bin von einem "Nullpunkt" aus gestartet. Doch es war auch eine große Chance, schnell zu wachsen und Geschäftsmodelle zu etablieren. Heute möchte ich mit meiner Geschichte andere motivieren, besonders jüngere Generationen.
Thorsten: Was würdest du sagen, sind die wichtigsten Faktoren für den Erfolg als Unternehmer?
Stella: Fokus, Mindset und finanzielle Planung sind essenziell. Mindset-Themen und das Überwinden von Hidden Barrier Beliefs spielen eine große Rolle. Empfehlenswerte Bücher sind "The Big Leap" und "The One Thing". Coaching kann helfen, die eigene Vision zu klären und Businessmöglichkeiten zu erkunden. Auch Firmenkäufe über Plattformen wie Next Change sind eine interessante Option.
Thorsten: Digitale Einnahmequellen bieten großes Potenzial für Handwerks- und Industriebetriebe. Wie siehst du das?
Stella: Das Förderprogramm "INQUA" unterstützt KMUs bei der Digitalisierung und Entwicklung von Zukunftspotenzialen. Die Förderung umfasst bis zu 80 Prozent der Beratungsleistungen. Ich bin zertifiziert für INGVA und kenne die bürokratischen Hürden bei der Beantragung von Fördergeldern. Mein Tipp: Sich auf individuelle Ressourcen und Expertise bei der Entwicklung digitaler Produkte konzentrieren.
Thorsten: Ihr habt ja auch über digitale Innovation und Prozessoptimierung gesprochen. Wie wichtig ist das aus deiner Sicht?
Stella: Sehr wichtig. Individuelle Ressourcen und Expertise sind entscheidend. Beim Aufbau eines E-Commerce-Geschäfts habe ich viel gelernt, auch über die Komplexität des Imports. Nicht alle Geschäftsmodelle sind gleich; manche haben höhere Kosten und geringere Margen. Ein inspirierendes Buch in diesem Kontext ist "Rich Dad Poor Dad" von Robert Kiyosaki.
Thorsten: Vielen Dank für das tolle Gespräch und die Einblicke, Stella. Wir werden in den Shownotes alle Links, Buchempfehlungen und deine Kontaktdaten veröffentlichen.
Stella: Vielen Dank, Thorsten. Es war ein inspirierendes Gespräch und ich freue mich, Teil dieses Podcasts zu sein.