Thorsten: Tobias, Du hast die Bedeutung von Beispielen für schnelleres Lernen hervorgehoben. Warum sind sie so entscheidend?
Tobias: Beispiele helfen, komplexe Abläufe zu verstehen und erleichtern das Lernen enorm. Besonders in Handwerksbetrieben, die oft Schwierigkeiten mit Systematisierung und Automatisierung haben, sind konkrete Beispiele sehr hilfreich.
Thorsten: Was sind die größten Herausforderungen für Handwerker, die sich selbstständig machen?
Tobias: Die meisten Handwerker haben keine Ausbildung in Organisation und Verwaltung. Die Büroarbeit ist oft der Hauptengpass, während die Produktion weniger Probleme verursacht.
Thorsten: Du sprichst auch von der Notwendigkeit der Selbsterziehung im Handwerk. Warum ist das so wichtig?
Tobias: Die Ausbildung im Handwerk ist sehr praxisorientiert und vermittelt nur rudimentäre PC-Kenntnisse. Ohne zusätzliche Selbstbildung ist es schwierig, die betriebswirtschaftlichen und organisatorischen Anforderungen zu meistern.
Thorsten: Der Rollenwechsel vom Arbeiter zum Chef stellt ebenfalls eine Herausforderung dar. Wie beeinflusst das die Familie?
Tobias: Der Wechsel ist stressig und zeitaufwendig, was oft zu Belastungen für die Familie führt. Viele Handwerker arbeiten sehr hart und suchen nach einfacheren Wegen, aber es fehlt ihnen oftmals die nötige Unterstützung und Schulung.
Thorsten: Du planst, Freiräume zu schaffen, indem Du ein Konstruktionsbüro und Produktivitätsberatung aufbaust. Was ist Dein Ziel?
Tobias: Mein Ziel ist, weltweit über Produktivitätsberatung Branchen zu verbessern und Unternehmen effizienter zu machen. Ich möchte innovative Prozesse entwickeln und testen, um besser strukturiert und systematisiert zu arbeiten.
Thorsten: Du bist auch über diverse Social-Media-Plattformen erreichbar und betreibst einen Podcast namens "Handwerk im Wandel."
Tobias: Genau, ich empfehle, sich mit mir zu vernetzen. Besonders durch meinen Podcast möchte ich Wissen und Erfahrungen teilen, um anderen Handwerkern zu helfen.
Thorsten: Du hast einen spontanen Reflex beschrieben, der zur Gründung Deines Unternehmens führte.
Tobias: Ja, nach den ständigen Überstunden, Stress und verpassten Deadlines habe ich gekündigt. Nach vier Wochen Urlaub und Überlegung habe ich beschlossen, mein eigenes Konstruktionsbüro zu gründen, das sich auf Konstruktionszeichnungen für Tischlereien spezialisiert.
Thorsten: Deine Firma arbeitet zu 100 % remote und hat bereits 15 Mitarbeiter, richtig?
Tobias: Genau, wir streben danach, bis 2027 auf 100 Mitarbeiter zu wachsen. Remote-Arbeit bietet uns Zugang zu einem breiteren Pool von Fachkräften, auch aus ländlichen Gebieten.
Thorsten: Wie gelingt es Dir, den Systematisierungsprozess in Deinem Unternehmen voranzutreiben?
Tobias: Von Anfang an habe ich versucht, mein Ego auszuschalten und Wissen sowie Prozesse in Plattformen zu übertragen. Wir machen das Onboarding mit Videos und virtuellen Anleitungen, um die Abläufe zu standardisieren und kontinuierlich zu verbessern.
Thorsten: Du nutzt auch Tools wie ClickUp und Asana. Was sind die Vorteile?
Tobias: ClickUp ist favorisiert wegen seiner Automatisierungs- und KI-Funktionen. Es ermöglicht uns, datenbasiert zu arbeiten und Engpässe sowie Fehlerquellen zu identifizieren. Zudem fördert es die Flexibilität und Effizienz in asynchronen Arbeitsumgebungen.
Thorsten: Deine Firma nutzt Discord für die virtuelle Zusammenarbeit. Warum genau dieses Tool?
Tobias: Discord hat sich als effizienter erwiesen und ermöglicht uns eine virtuelle Büroumgebung, in der sich die Mitarbeiter treffen und zusammenarbeiten können.
Thorsten: Es scheint, dass KI bei Deiner Arbeit eine wichtige Rolle spielt. Kannst Du mehr darüber erzählen?
Tobias: Ja, wir nutzen KI zur Analyse von Video-Calls. Das verbessert unser Coaching und Feedback für Mitarbeiter erheblich. Es ist ein Game-Changer in der Kommunikation und Prozessoptimierung.
Thorsten: Welche positiven Effekte hat Remote Work auf Dein Unternehmen?
Tobias: Remote-Arbeit ermöglicht uns, Mitarbeiter aus verschiedenen Ländern und auch aus ländlichen Gebieten zu gewinnen. Wir können effizienter und flexibler arbeiten.
Thorsten: Deine Firma hat bereits vor der Coronakrise Homeoffice eingeführt. Hat das einen Vorteil gebracht?
Tobias: Absolut, wir hatten bereits die Infrastruktur und Prozesse für Remote Work etabliert und waren daher gut auf die Veränderungen vorbereitet. Dies war ein signifikanter Vorteil gegenüber anderen Unternehmen.
Thorsten: Du lebst momentan in Mexiko und genießt den Lebensstil dort. Warum hast Du diesen Ort gewählt?
Tobias: Ich bevorzuge das Leben außerhalb Deutschlands und genieße die Flexibilität meines digitalen Nomadenlebens. Mexiko bietet mir ein angenehmes Klima und eine inspirierende Lebensumgebung.
Thorsten: Zusammengefasst, was sind für Dich die wichtigsten Schritte, um Prozesse kontinuierlich zu optimieren?
Tobias: Es geht darum, stetig Optimierungspotenziale zu erkennen und schrittweise zu automatisieren. So kann man letztendlich effizienter arbeiten und durch kleine Veränderungen große Auswirkungen erzielen.